Bönen – Mit Claus Mayr hat Bönen eine prägende Persönlichkeit verloren. Der langjährige Lehrer, erfolgreiche Nachwuchstrainer und bundesweit bekannte Atomkraftgegner ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Die Nachricht löste insbesondere bei den Tischtennisfreunden Bönen große Betroffenheit aus, mit denen er über Jahrzehnte als Trainer, Förderer und Vorbild verbunden war.
Sportlich hinterließ Mayr vor allem im Tischtennis bleibende Spuren. Bereits zu Zeiten des CVJM engagierte er sich intensiv für die Nachwuchsarbeit und bildete Generationen junger Spieler aus. Als Lehrer am Marie-Curie-Gymnasium nutzte er seine pädagogischen Fähigkeiten auch außerhalb des Vereins. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schülermannschaft der Schule, die überwiegend aus Spielern der Tischtennisfreunde Bönen bestand, zu einer der erfolgreichsten im Land.
Mehrfach gewann das Team in den 2000er Jahren die Landesmeisterschaft. Der größte Erfolg folgte 2007 in Berlin, als die Mannschaft Deutsche Schulmeister wurde. Ein Jahr später durfte das Team Deutschland bei der Schul-Weltmeisterschaft auf Malta vertreten. Gegen hochkarätige Konkurrenz aus Tischtennis-Nationen wie China, Schweden, Tschechien oder England erkämpfte sich die Mannschaft einen respektablen 13. Platz.
Auch nach seiner aktiven Zeit als Lehrer blieb Claus Mayr dem Tischtennis eng verbunden. Gemeinsam mit seinem Sohn Moritz veröffentlichte er das Lehrbuch „Spielend Tischtennis lernen“. Darin gab er seine Erfahrungen aus rund 35 Jahren Vereins- und Schultraining weiter und stellte sein Wissen Trainern und Übungsleitern zur Verfügung.
Große öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Mayr jedoch durch sein jahrzehntelanges Engagement gegen die Atomkraft. Seit Mitte der 1970er Jahre gehörte er zu den bekanntesten und beharrlichsten Atomkraftgegnern der Region. Besonders im Zusammenhang mit dem Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop machte er sich einen Namen.
Zu den schwersten Prüfungen seines Lebens gehörte eine Corona-Erkrankung Ende des Jahres 2020. Während eines Krankenhausaufenthalts infizierte er sich mit dem Virus und schwebte zeitweise in akuter Lebensgefahr. Seine Krankheitsgeschichte wurde später bundesweit bekannt. Seine Familie hat damals, als das Einstellen der künstlichen Beatmung im Raume stand, dieses verhindert. WA