TTF-Mannschaftsführerin Viktoria Diekel blickt auf die SaisonBönen – Die erste Damen-Mannschaft der TTF Bönen startet an diesem Sonntag (14 Uhr) bei Borussia Düsseldorf in die neue Saison der Tischtennis-Oberliga. Bönens Mannschaftsführerin Viktoria Diekel äußert sich im Gespräch mit Jan Lüke zu den Perspektiven für die anstehende Spielzeit, den personellen Veränderungen im Team und zum Auftaktgegner aus der Landeshauptstadt.
Ein Mittelfeldplatz, vielleicht auch das obere Mittelfeld – das ist ein realistisches Ziel.
Viktoria Diekel, Ihre Mannschaft hat am Ende der vergangenen Saison auf die Relegation und damit auf einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga verzichtet. Haben Sie die Entscheidung seither mal bereut?
Nein. Wir hätten uns nicht so verstärken können, dass die Regionalliga Sinn ergeben hätte. Ohne ein neues oberes Paarkreuz, das auch in der Regionalliga gut mithalten kann, wäre ein Aufstieg aus der Oberliga einfach nicht sinnvoll gewesen. Wir haben mit Heike Niebiossa zwar eine starke Spielerin hinzubekommen, bei der aber auch nicht klar ist, wie viele Spiele sie letztlich machen wird. Dahinter hätten wir durchrotieren müssen mit den Spielerinnen, mit denen wir jetzt auch in der Oberliga antreten. Das hätte, vor allem am oberen Paarkreuz, nicht ausgereicht. Dann hätten wir die Saison nur gespielt, um einmal die Erfahrung Regionalliga zu machen. Das wäre es nicht wert gewesen.
Finnja Böhm und Melina Schruff haben den Verein verlassen. Dafür ist Niebiossa als ehemalige Bundesliga-Spielerin dazugekommen, außerdem Angelina Wulff von der DJK SR Cappel. Wie schätzen Sie das neue Team ein?
Wir sind nicht schlecht und vor allem sehr breit aufgestellt. Das liegt an den beiden Neuen. Aber auch daran, dass Luisa Niebiossa (Tochter von Heike Niebiossa, die bisher fest in der 2. Mannschaft gespielt hat; Anm. d. Red.) regelmäßig bei uns eingesetzt werden soll. Wir werden sie aus der zweiten Mannschaft hochziehen und entsprechend fördern. Dementsprechend haben wir ein paar mehr Spielerinnen zur Verfügung. Das ist eine gute Ausgangssituation. Dafür haben wir kein festes Team und können nicht starr sagen: Wir haben vier Spielerinnen – und die spielen immer. Ich bin gespannt, wie sich das Team zusammenfinden wird.
Die TTF sind zuletzt zweimal Zweite in der Oberliga geworden. Was ist in dieser Saison möglich?
Wir sind eine komplett gemischte Truppe. Jede Spielerin soll ihre Einsätze bekommen, wobei die Förderung unserer Talente Satu (Loeliger; d. Red.) und Luisa im Vordergrund steht. Deshalb glaube ich nicht unbedingt, dass wir ganz oben um den Aufstieg mitspielen.
Was auch an einer starken Oberliga liegt, oder?
Die Liga ist noch stärker geworden im Vergleich zu den vergangenen Saisons. Das liegt vor allem an den Aufsteigern. Bei der DJK Franz-Sales-Haus Essen soll Guo Pengpeng (kam vom Zweitligisten TuS Uentrop; d. Red.) nicht nur auf dem Meldebogen stehen, sondern auch wirklich spielen. Die scheinen also angreifen zu wollen. Mit dem 1. FC Köln hat auch ein anderer Aufsteiger ein sehr gutes Team. Aber auch insgesamt sehe ich die Liga stärker und ausgeglichener. Deshalb ist es in dieser Saison für uns nicht wirklich realistisch, ganz oben mitzumischen. Ein Mittelfeldplatz, vielleicht auch das obere Mittelfeld – das ist ein realistisches Ziel.
Zum Auftakt geht es am Sonntag zu Borussia Düsseldorf. Wie stehen die Chancen?
Ein guter Start wäre schön. Borussia dürfte für uns – wie in der Vorsaison auch – wieder schlagbar sein. Letztlich müssen wir aber schauen, wer von den Spielerinnen, die Düsseldorf im Kader hat, am Ende wirklich am Tisch steht. Aber ich gehe optimistisch ins Wochenende. Selbst ein knapper Sieg würde ja erst mal reichen, um das Ego zu füttern.