Zaferna IV. (2000)

Zaferna – eine etwas andere Freizeit oder – eine heimliche Liebe 

Wer dabei gewesen ist, frohlockt und lässt mit Überzeugung wissen, er freue sich schon auf’s nächste Mal. Und viele kommen auch ins Schwärmen. Die Rede ist von der Zaferna-Hütte in 1.450 m Höhe oberhalb von Mittelberg gelegen, und nun schon zum vierten Mal Ziel der CVJMer TT-Spieler. Als ich vor vier Jahren zum ersten mal die Werbetrommel rührte, waren zugegebenermaßen auch einige Jugenderinnerungen mit im Spiel, denn als Sportstudent der Uni Münster hatte ich in dieser Hütte vor vielen Jahren das Skifahren erlernt. Warum eigentlich nicht mit meinen alten und neu gewonnenen TT-Freunden aus dem CVJM? Gesagt, getan. Der Zuspruch war groß und es konnte losgehen. Als besonderes I-Tüpfelchen für die Gemeinschaft erwies sich im Nachhinein der Selbstversorgercharakter dieser Hütte. Alles muss selbst von uns organisiert und in Eigenarbeit geleistet werden, angefangen vom Einkaufen im Dorf – immerhin ein 3 km langer Weg mit 250 m Höhenunterschied – Kochen und Spülen bis hin zum Putzen. So manch traumhaftes Gericht ist übrigens von den Kochgruppen gezaubert worden. Eine Besonderheit stellte für uns die mehr als detaillierte Mülltrennung dar, die immer wieder für reichlich Diskussionstoff und köstliche Unterhaltungen sorgte. „Ist der Teebeutel nun organischer Abfall?“ „Nein Udo. Nur zum Teil. Die Klammer gehört in den Behälter für Metall, das Etikett ist Mischpapier, den Faden bitte in den Restmüll und die ausgelaugten Teeblätter in den Kompost, aber nicht in den für die Kühe, das mögen die nämlich nicht.“ Udo hat übrigens den „großen Müllführerschein“ noch nicht gekriegt, während Sieglinde inzwischen traumhaft sicher zwischen 6 verschiedenen Plastiksorten unterscheiden kann.

Aber natürlich gibt es auch noch anderes zu erleben auf Zaferna. Die grandiose Bergwelt, die sich jeden Morgen beim Blick aus dem Fenster zeigt, bietet reichlich Gelegenheit zu ausgedehnten Touren und Gipfelbesteigungen. Und auch unsere Kids – eigentlich ja nicht besonders scharf aufs wandern – haben nach mancher Tour abends müde aber begeistert zugestimmt, dass sogar Wandern in der Gruppe Spaß machen kann. Und dann gingen auch mal sehnsüchtige Blicke hinauf zum Großen Widderstein mit der Frage: „Kommen wir da auch noch hin?“

Der absolute Höhepunkt einer jeden Zafernafreizeit ist jedoch das Bergabenteuer mit den Bergführern der Bergschule Mittelberg. An vier Stationen können unsere TT-Helden dann auch ihren Mut beweisen. Beim Felsenklettern im Klettergarten, beim Überqueren von Flüssen mithilfe von Seilbrücken, oder beim spektakulären Abseilen von einer 60m hohen Brücke. Schon manch einem ist dabei der Mut erst einmal vergangen, und das Herz sprichwörtlich in die Hose gerutscht.

Neben diesen Außer-Haus-Aktivitäten gibt es jedes Jahr viel Spaß bei den Wettkämpfen jeglicher Art. Dieses Jahr hatte Wigbert eine Dart-Scheibe mitgebracht und just an seinem Geburtstag – er feierte schon zum zweiten mal auf Zaferna und lud die gesamte Belegschaft zu einem Grillfest ein – zum Dartturnier Jung gegen Alt aufgerufen. Der Einsatz war wie immer hoch, es ging ums Spülen am nächsten tag, an dem ausgerechnet ein 4-Gang-Menü auf dem Speiseplan stand und mit Sicherheit viele Töpfe und Schüsseln benötigt wurden. Es ging hoch her an diesem Abend, beide Seiten erfreuten sich frenetischen Beifalls, und die Partie stand auf Messers Schneide. Buchstäblich mit dem letzten Wurf im letzten Spiel wurde die Partie zugunsten der Erwachsenen entscheiden – und der Jubel kannte keine Grenzen. Das Spülen am folgenden Abend endete übrigens nicht im befürchteten Chaos und dauerte auch keine vier Stunden, sondern könnte als rhythmisches Abtrocknen zu Discoklängen mit gelegentlichen Mini-Playback-Einlagen bezeichnet werden.

Für diese Niederlage hielt sich unser Nachwuchs allerdings beim TT-Turnier schadlos. Ja, es gibt seit einem Jahr auch eine TT-Platte auf Zaferna, ein altes, ausgedientes Schätzchen, das Wigbert kunstvoll unter den Lift geschnürt hat und beim Transport ein abenteuerliches Bild abgab. Jarek und David konnten dabei sogar das Oldie-Doppel Hürmann/Lang, bei zugegeben schwierigen Bedingungen schlagen, obwohl Udo während der gesamten Spielzeit von unseren früheren großen Erfolgen erzählte, und sie doch eigentlich nur „Würste“ seien. So war das Gleichgewicht wieder hergestellt, alle waren zufrieden und wollen auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein, wenn es heißt … auf nach Zaferna!

Franz-Josef Hürmann

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