Zaferna V. (2001)

Schon fast Tradition ist der Aufenthalt der CVJMer in der Zaferna-Hütte im Kleinwalsertal. Ein fester Stamm von Liebhabern hat sich inzwischen herausgebildet, der um nichts in der Welt diese eine Woche in dem Bergjuwel hoch in den Allgäuer Alpen in der 1. Woche der Sommerferien missen möchte. Diesmal hatten unsere Youngster von 6-18 Jahren eindeutig das zahlenmäßige Übergewicht, was sich manchmal in einem erhöhten Lautstärkepegel in der Hütte auswirkte. Sechs Erwachsene hatten es mit 13 jungen Wilden zu tun – eine Aufgabe, die nicht immer leicht zu lösen war, zumal das Wandern nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen dieser Altersgruppe zählte. Trotzdem wurde die gemeinsame Tageswanderung zur Kanzelwand und zur Kuhgehrenspitze zu einem Höhepunkt dieser Fahrt, nicht zuletzt deshalb, weil unsere Heißsporne unterwegs mit einem Schneefeld belohnt wurden, auf dem sich hervorragend rodeln ließ (…auf Regenjacken oder Wanderschuhen, wie uns Sven und Michael bewiesen).

Da das Bergabenteuer fast alle Teilnehmer schon mehrmals mitgemacht hatten, musste ein neues Abenteuer her – das Canyoning, ebenfalls von der Bergschule organisiert und durchgeführt. Sieben „Furchtlose“ hüllten sich dann in Taucheranzüge und wurden von Uli, unserem Bergführer, durch das kalte Wasser der Schwarzach im Schwarzwassertal geleitet. So manche – mich eingeschlossen – standen mit schlotternden Knien auf 7-8m hohen Felsvorsprüngen und schauten ungläubig hinunter in die Wasserlöcher. „Da soll ich ‚reinspringen?“ Uli machte uns das dann vor, mit einem Salto natürlich, den er allerdings nicht von uns verlangte. Spektakulär – auch für unsere Zuschauer – waren die bis zu 25m hohen Abseilstellen, die viel Vertrauen in Mensch und Material verlangten.

Neben diesem Außergewöhnlichen war es jedoch wie in den Jahren zuvor das tägliche Zusammenleben in einer grandiosen Bergwelt, das den Reiz dieser Woche ausmachte. Wer einmal morgens um 6.30 Uhr in der kalten, klaren Luft zum Brötchenholen ins Dorf herunterwandert, oder wie Margret in der Küche das Frühstück für 20 bereitet und dabei mit einem Blick aus dem Fenster das grandiose Bergmassiv des Großen Widdersteins, beleuchtet von der aufgehenden Sonne, sieht, der fühlt, dass dieser Ort ein besonderer ist.

Für unsere Youngster waren allerdings alle anderen Ereignisse wichtiger. Es war der Doppelgeburtstag, in den zünftig hineingefeiert, und der am anderen Tag mit einem Grillabend fortgesetzt wurde. Oder das Tischtennisturnier, das Michael in einem furiosen Endspiel gegen mich gewann. (… das Bier schmeckte an diesem Abend besonders gut, und der Raum war zu eng…!) Oder die Haarfärbeaktion unserer jungen Damen, die beim Frühstück für viel Gelächter und Beifall sorgte – und der einige Jungen später auch zum Opfer fielen. (… Carsten hatte noch eine ganze Zeit lang seine helle Freude daran, da sein Farbton allen Waschversuchen zum Trotz auch noch beim 1. Training zu Hause leuchtete.)

So war es auch keine Überraschung, dass die einhellige Meinung aller Beteiligten am Ende der Woche war: „„Eine äußerst gelungene Sache, und wir sind im nächsten Jahr wieder dabei, wenn es heißt, Zaferna, die Sechste.“

F.-J. H.

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