Die TTF wollen wieder mehr auf Spieler aus der Region setzen
Bönen – Während für die meisten Vereine in der NRW-Liga die Saison erst am kommenden Wochenende endet, sind die Männer der TTF Bönen bereits in der Sommerpause angekommen. Schon vor den Osterferien beschlossen die Bönener ihre Spielzeit mit einem Doppelspieltag – und das erfolgreich: Mit einem Sieg im vorgezogenen Duell mit der DJK BW Avenwedde (9:5) sowie einem 8:8-Unentschieden gegen den SC Union Lüdinghausen rundeten die Tischtennis-Freunde eine gute, in Teilen gar optimale Saison ab. Aus 20 Spielen stehen letztlich 23:17 Punkte zu Buche, die Bönen – abhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz – entweder auf Platz vier oder fünf führen werden.
„Damit sind wir absolut zufrieden“, sagt TTF-Trainer Walter Darenberg. Zu keinem Zeitpunkt in der Saison gerieten die Bönener in einer starken NRW-Liga-Staffel in die Nähe der Abstiegszone. Zeitweise mischten sie gar im Rennen um die Aufstiegsplätze mit. In der Rückrunde (13:7 Punkte) konnten die Tischtennis-Freunde eine solide Vorrunde (10:10) sogar übertrumpfen: Sie verloren nur drei Partien – gegen die drei Topteams der Liga DJK Franz-Sales-Haus Essen II, PSV Oberhausen und den TTV Neheim-Hüsten. „Wir hatten das ein oder andere Mal Glück bei den Aufstellungen der Gegner, aber wir haben auch konstant Leistung gebracht“, bilanziert Darenberg.
Umso beachtlicher erscheint das Endergebnis, da Bönen vorrangig in der Rückrunde immer wieder personelle Probleme plagten. Die TTFler setzten alleine in ihren zehn Liga-Spielen in diesem Jahr insgesamt 16 verschiedene Akteure ein. Nur Philip Brosch stand in allen Partien am Tisch. „Uns hat da manchmal personell die Kontinuität gefehlt“, sagt Darenberg. In Teilen war die Rotation aber auch eingeplant: Nicht nur die beiden bulgarischen Topspieler Eren und Denis Bekir, sondern auch der langjährige TTFler Numan Yagci waren nicht für alle Spiele vorgesehen. Hinzu kamen aber auch immer wieder Verletzungen und Krankheiten. „Wir konnten das insgesamt noch gut auffangen“, sagt Darenberg. Das lag primär an den Ersatzleuten Oskar Wegner und Furkan Uyanik, die neben ihren Einsätzen regelmäßig erfolgreich in der NRW-Liga aushalfen.
Aus dem Stammkader überzeugten fast alle Akteure. Fünf von sechs Spielern kamen auf positive Einzelbilanzen, lediglich Eren Bekir (3:6 Siege) blieb an Position zwei hinter den Erwartungen zurück. Herausragend spielte vordergründig Kapitän Theo Velmerig, der die Rückrunde mit 13:3 Siegen abschloss, acht Erfolge errang der Linkshänder sogar am oberen Paarkreuz. Zudem stellten die Bönener mit insgesamt 18:14 Siegen gute Doppel, in denen die Bekir-Brüder mit 5:1 Siegen die beste Bilanz erspielten.
Dennoch werden sich die Wege der beiden bulgarischen Brüder und der TTF wieder trennen. „Es war von vornherein angedacht, dass sie nur ein Jahr bei uns bleiben“, betont Darenberg. Der Verein musste im vergangenen Frühjahr kurzfristig auf die Abgänge einiger Leistungsträger wie Sascha Kaiser und Marco Höhm reagieren. Doch Spieler aus der Umgebung waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Markt. Die Brüder mit Regionalliga-Erfahrung sollten sicherstellen, dass Bönen nicht um den NRW-Liga-Verbleib bangen musste.
Nun wollen die TTFler aber wieder zu ihrer Philosophie zurückkehren, eine Mannschaft mit Spielern aus der eigenen Jugend und der Region zu bilden. Der Stamm des Kaders bleibt zusammen, zudem empfahl sich mit Wegner ein Talent für höhere Aufgaben. Er soll künftig zum Stamm der ‚Ersten‘ gehören. Außerdem haben die Bönener mit Vladimir Feldmann bereits einen Neuzugang sicher. Feldmann ist derzeit für den Verbandsligisten TTC Hagen aktiv – und könnte sowohl am unteren Paarkreuz des NRW-Liga-Teams als auch am oberen Paarkreuz in der Landesliga zum Einsatz kommen. „Wir hoffen, dass wir vielleicht noch den einen oder anderen Spieler dazubekommen“, sagt Darenberg. JAN LÜKE