Bönen – Die Hinrunde begann schlecht – und sie endete auch schlecht. Zwischen zwei sieglosen Partien Anfang September und einer 1:9-Klatsche im letzten Spiel des Jahres gegen Tusem Essen Ende November aber spielte die erste Damen-Mannschaft der TTF Bönen bislang eine beachtliche Saison in der Oberliga. Zwischenzeitlich gelangen den TTFlerinnen sechs Siege in Serie, die auch dafür sorgten, dass die TTF im neuen Jahr aussichtsreich in die zweite Saisonhälfte starten werden. Zwar ist Bönen zum Jahreswechsel nur Dritter, allerdings punktgleich mit den beiden Spitzenreitern Tusem Essen und Anrather TK RW (alle 13:5 Punkte), die nur aufgrund der besseren Spieldifferenz vor den TTF liegen.
„Insgesamt“, sagt TTF-Kapitänin Viktoria Diekel, „können wir uns über die bisherige Saison nicht beschweren.“ Sechs Siegen, darunter einem kampflosen 10:0 gegen den TuS Wickrath, stehen einem Unentschieden und zwei Niederlagen gegenüber. In schlechter Erinnerung ist Diekel vor allem das 2:8 am zweiten Spieltag im September beim TTC Mennighüffen geblieben. Der Tabellenvorletzte trat ausgerechnet gegen Bönen das einzige Mal in dieser Saison in bester Besetzung an – und gewann prompt 8:2. „Dass Mennighüfen gegen uns unbedingt zwei Punkte holen wollte, ist natürlich sehr ärgerlich“, sagt Diekel. Die zweite Saisonniederlage hatten sich die Bönenerinnen indes selbst zuzuschreiben: Bei der 1:9-Heimniederlage gegen Essen im letzten Spiel des Hinrunde machten die TTFlerinnen ihr wohl schwächstes Saisonspiel – und hatten obendrein Pech bei etlichen unglücklichen Fünf-Satz-Niederlagen.
Auch wenn die abschließende Niederlage, mit der der zwischenzeitliche Tabellenführer Bönen auch die Winter-Meisterschaft verspielte, die Stimmung trübte: Insgesamt spielten die Tischtennis-Freundinnen eine starke Hinrunde. In Oktober und November war das Team in sechs aufeinanderfolgenden Partien nicht zu schlagen, wobei vor allem die 6:4-Erfolge gegen die starken Teams vom Anrather TK RW und Borussia Düsseldorf II herausragten.
Den Bönenerinnen gelang es, die Mannschaft, mit der sie die Vorsaison als Zweite abgeschlossen hatten, nach dem Abgang von Amelie Tschirbs (TTVg. Schwerte) erfolgreich umzubauen. Neuzugang Finnja Böhm, die im Sommer vom FTV Freiburg nach Bönen gewechselt war, war die erhoffte Verstärkung. Sie absolvierte planmäßig die Hälfte aller Spiele – und kam auf 2:6 Siege als Nummer zwei. Dadurch, dass Böhm nicht alle Partien absolvierte, wurde im Bönener Kader ein Platz für Satu Loeliger frei, den das Eigengewächs gekonnt ausfüllte. Das Talent kam in der Hinrunde auf eine 6:2-Bilanz. Die Leistungsträgerinnen des Teams waren zudem dessen langjährige Säulen: Diekel am vorderen Paarkreuz (9:5) sowie Stefanie de Almeida am hinteren Paarkreuz (11:4) kamen auf deutlich positive Einzel-Bilanzen.
Schon zur Saison-Halbzeit scheint dementsprechend klar: Bönen wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Im Gegenteil, das TTF-Quartett kann sich sogar Hoffnungen machen, bis zum Saisonende im Rennen um die Aufstiegsplätze zu bleiben. „Dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, sorgt natürlich für Lockerheit“, sagt Diekel. „Oben wird es ein ganz enges Rennen.“ Hinter dem punktgleichen Spitzentrio, bestehend aus Essen, Anrath und Bönen (jeweils 13:5), liegen auch Düsseldorf (12:6) und der ASV Einigkeit Süchteln (11:7) noch in Schlagdistanz. Diekel sagt, sie freue sich schon auf die Rückrunde, die für Bönen am 10. Januar gleich mit dem richtungweisenden Topspiel gegen Anrath beginnen wird. „Wenn wir die Rückrunde wie die Hinrunde spielen, wäre ich schon zufrieden.“ Doch die TTF-Spitzenfrau hätte nichts dagegen, wenn ihre Bönenerinnen bis zum letzten Spieltag im April um Meisterschaft und Aufstieg mitspielen. „Jeder steht ja gern an der Spitze einer Liga.“ JAN LÜKE
TTF-Bilanzen: Viktoria Diekel 9:5, Finnja Böhm 2:6, Melina Schruff 5:9, Stefanie de Almeida 11:4, Satu Loeliger 6:3, Luisa Niebiossa 1:1