Das Ende trübt den Blick

Ärgerliche Niederlagen für TTF Bönen zum Schluss der Hinrunde
Bönen – Weite Teile der Hinrunde in der NRW-Liga liefen für die TTF Bönen gut. Drei Spieltage vor Ende der ersten Saisonhälfte standen die Tischtennisfreunde in der Tabelle fast ganz oben. Sie forderten Anfang November den ungeschlagenen Spitzenreiter DJK Franz-Sales-Haus Essen II im Top-Duell heraus. Das Aufeinandertreffen des Ersten mit dem Zweiten der Tabelle ging glatt an den Favoriten, Essen gewann 9:3. Für die untergelegenen Bönener läutete die Niederlage einen unbefriedigenden Hinrunden-Abschluss ein. „Die beiden Spiele zum Schluss tun weh“, sagt Walter Darenberg. Der TTF-Trainer meint die Niederlagen bei Tabellenschlusslicht DJK Olympia Bottrop (6:9) und gegen den SC Union Lüdinghausen (5:9), mit denen Bönen Ende November sein Sportjahr beschloss.

Trotz der drei Niederlage zum Jahresende fällt das Halbjahres-Zeugnis der Bönener ordentlich aus: fünf Siege, fünf Niederlagen, 10:10 Punkte – die Bilanz der TTF ist im wahrsten Sinne ausgeglichen. Der Abstand zur Abstiegszone, in der das TT-Team Bochum (4:16 Punkte) den unliebsamen Relegationsrang belegt, beträgt sechs Punkte. Doch auch die beiden Niederlagen zum Ende der Hinrunde sorgen nicht dafür, dass die Bönener in der Tabelle wieder nach unten schauen. „Wir haben aber ein gutes Polster“, sagt Darenberg über den Vorsprung auf die Abstiegsplätze. „Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, sollten wir nicht mehr unten reinrutschen.“

Dass Bönen in Bottrop und gegen Lüdinghausen strauchelte, lag nicht zuletzt an einer misslichen Personallage. In Bottrop fehlte planmäßig das Spitzenduo Eren und Denis Bekir. Gegen Lüdinghausen waren die jungen Bulgaren zwar mit dabei. Doch mit Theo Velmerig, Nils Scharwat und Numan Yagci fehlten drei andere Stammkräfte – teilweise kurzfristig erkrankt. „Das war ärgerlich, aber sowas kann passieren“, sagt Darenberg.

Zwar trübt das Ende den Blick der Bönener auf ihre Hinrunde. Grundsätzlich aber ist man im Bönener Lager nicht unzufrieden mit der bisherigen Saison. Vor allem zum Start spielten sie erfolgreicher als erwartet. Die Tischtennisfreunde gewannen fünf ihrer ersten sieben Spiele, wobei der Auftaktsieg gegen Vorjahres-Vizemeister DJK BW Avenwedde (9:3) sowie die Erfolge gegen den TTV Neheim-Hüsten (9:4) und den TTC SW Velbert (9:3) herausragten. In allen drei Partien, sowie bei vier der fünf bisherigen Saisonsiegen, wirkten die Bekir-Brüder an der Spitze des Teams mit. Wenngleich sich Darenberg von den jungen Bulgaren, die jeweils auf ausgeglichene Einzelbilanzen kamen (5:5 Siege), individuell in der Rückrunde noch mehr erhofft, stabilisierten die Sommer-Neuzugänge vom Regionalligisten TTC Waldniel den Kader erheblich. „Wenn beide dabei sind, rutschen alle anderen Spieler um zwei Positionen nach unten“, erklärt Darenberg.

Eine herausragende Hinrunde absolvierte der Kern des Bönener Teams: Theo Velmerig (12:6 Siege), Philip Brosch (12:6) und Nils Scharwat (10:4) spielten deutlich positive Bilanzen, wobei sich in Abwesenheit der Bekir-Brüder Velmerig auch am oberen bzw. Scharwat am mittleren Paarkreuz behauptete. Zudem stand das Trio in fast allen Partien zur Verfügung – und sorgte für personelle Konstanz. Eine wichtige Rolle nahm auch ein Youngster ein, der formal gar nicht zum Kader der ersten Mannschaft gehört: Oskar Wegner, Spitzenspieler der zweiten Mannschaft in der Landesliga, kam bei seinen vier Einsätzen in der NRW-Liga auf 3:1 Siege. „Oskar nimmt gerade eine richtig gute Entwicklung“, sagt Darenberg.

Besonderes Augenmerk legen die Bönener nun auf den Start in die Rückrunde: Nach dem schwierigen Auswärtsspiel in Avenwedde am 10. Januar empfangen die TTF zwei Wochen später das Team aus Bochum. Mit einem Sieg könnten die Tischtennisfreunde dann schon früh die Vorentscheidung im Rennen um den Liga-Verbleib erzwingen. JAN LÜKE

Zwei Medaillen bei den „Westdeutschen“

Viersen war für Satu Loeliger eine Reise wert. Am Niederrhein erspielte sich das Talent der TTF Bönen überraschend zwei Medaillen bei den westdeutschen Einzelmeisterschaften der Jugend 19. Im Einzel rückte Loeliger bis ins Halbfinale vor. Im Doppel wurde die Oberliga-Spielerin der TTF an der Seite von Juli Elisabeth Baranowsky (DJK Roland Rauxel) sogar westdeutsche Meisterin.

Deutlich früher endeten die „Westdeutschen“ für die beiden männlichen Starter der TTF Bönen: Niklas Kainz schied in der Vorrunde aus. Nils Scharwat, dessen Nachwuchs-Spielberechtigung beim TSC Eintracht Dortmund liegt, unterlag in der ersten Hauptrunde Karl Tennie (TV Refrath). Im gemeinsamen Doppel drangen Scharwat/Kainz bis ins Viertelfinale vor, verloren das Medaillenspiel allerdings gegen die späteren westdeutschen Meister Johann Magnus Mahl/Leonid Yakymchuk (SV Union Velbert).